Ist Multitasking eine effiziente Lösung?

„Unter Multitasking versteht man die Fähigkeit eines Menschen, mehrere Tätigkeiten zur gleichen Zeit oder abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten durchzuführen“. Solche Situationen sind im heutigen Arbeitsleben alltäglich.

Alle Studien zu diesem Thema zeigen, dass schnell Stress entsteht, wenn zu viele Reize gleichzeitig auf das Gehirn einströmen. Eine Untersuchung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Berlin hat das zuletzt wieder bestätigt. Stress und Druck erhöht die Herzfrequenz und vor allem die Fehlerquote. Anspannung führt zu schlechteren Leistungen und auch zu einem potenziell erhöhten Unfallrisiko. Das genau macht Multitasking auch beim Autofahren gefährlich. Wenn durch ein gleichzeitiges Telefongespräch die Aufmerksamkeit beim Fahren nur noch bei 65 % liegt, besteht eine höhere Unfallgefahr. Studien zeigen, dass selbst bei Benutzung einer Freisprecheinrichtung die Unfallgefahr viermal höher ist. Das entspricht etwa dem Risiko bei einer Autofahrt mit 0,8 Promille Alkohol im Blut. Laut einer Studie der Universität Virginia steigt beim Schreiben einer SMS das Unfallrisiko sogar auf den Faktor 23.
Du solltest deshalb bewusst darauf achten, wo Multitasking wirklich notwendig und sinnvoll ist und wie sich diese Arbeitsweise auf deine eigene Gesundheit auswirkt.

Unterschwellige Hektik und Stress erzeugen langfristig Gesundheitsschäden. Zudem wird Multitasking als berufliche Standardsituation die Effizienz deutlich mindern. Typisch sind etwa eine hohe Ablenkungsbereitschaft und die mangelnde Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Aufmerksamkeit kann nur schlecht von einer Aufgabe auf die nächste übertragen werden.

Gesünder und effizienter ist es, sich nur mit jeweils einer Aufgabe zu beschäftigen. Doch letztlich lassen sich Multitasking-Situationen nicht immer vermeiden. Deshalb die Frage nach der Trainierbarkeit: Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Beweise für die teilweise Trainierbarkeit von Multitasking. Torkel Klingberg hat bei gutem Training eine max. Leistung von 130 % nachgewiesen. Was bedeutet das praktisch? Der Output wird bei gleichzeitig einströmenden Informationen insgesamt vergrößert. Die Aufmerksamkeit für das einzelne Thema ist jedoch deutlich schwächer und liegt nur bei max. 65 %. Das bedeutet im Klartext: Auch in einem guten Trainingszustand erhöht Multitasking immer die Fehlerquote!

Wer seine Fähigkeiten trainieren möchte, kann das beispielsweise mit der Software „Braintwister“ machen, die eine Forschungsgruppe der Uni Bern entwickelt hat. Damit lässt sich die Leistung Ihres Arbeitsgedächtnisses relativ schnell und spürbar steigern!

Fazit: In der eigenen Erfolgsstrategie sollte Multitasking nur ein Baustein für bestimmte Kontexte sein, der hoffentlich nicht zu häufig eingesetzt wird.