Tägliche Informationsflut – Wege aus dem Hamsterrad

Es sind vor allem persönliche Entscheidungen, die aus dem Hamsterrad der täglichen Datenflut herausführen. Zunächst sollte klar sein, wo genau die Belastungen entstehen. Wichtig ist die Zuordnung, ob das „Problem“ allein gelöst werden kann oder es Klärungsbedarf in einer „Informations-Beziehung“ zu einzelnen Kollegen, Chefs, Kunden etc. gibt. Tatsächlich ist man der ständigen Reizüberflutung nur selten ohne eigene Einflussmöglichkeiten ausgeliefert. Falls doch, braucht es ganz sicher eine klare Entscheidung!

An die tägliche Reizüberflutung haben wir uns im Verlauf der letzten 30 Jahre zunehmend gewöhnt. Informationen von morgens bis in die Nacht gehören zum „medialen“ Alltag der meisten Menschen. Die Folgen schaden der Gesundheit des Einzelnen, entwickeln sich aber auch zu einem volkswirtschaftlichen Thema. Studien zeigen, dass unser Bruttoinlandsprodukt mit psychisch gesunden Menschen um etwa 260 Mrd. Euro höher sein könnte sowie dass bereits 11 % der Fehltage durch Burnout und ähnlich psychische Erkrankungen verursacht werden.

Unsere Gesellschaft sowie die einzelnen Unternehmen werden von dieser Entwicklung überrollt und stehen dem mehr oder weniger machtlos gegenüber. Zarte Versuche, beispielsweise mit Gesundheitstagen die Situation zu verbessern, treffen nicht den Kern des Problems. Es bleibt also vorerst eine persönliche Angelegenheit, um die sich jeder Mensch in seinem privaten wie beruflichen Leben selbst kümmern muss.

Es klingt unbequem aber auch hoffnungsvoll, dass ein großer Teil der täglichen Informationsflut durch die eigene Fähigkeiten, Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflusst wird. Schon sehr kleine Veränderungen können eine große positive Wirkung haben. Manchmal braucht es jedoch Mut und Selbstvertrauen, um gewünschte Veränderungen durchzusetzen. Wichtig ist es, im ersten Schritt die Situation etwas genauer zu betrachten. Dazu sollte man herausfinden, ob Reizüberflutung „hausgemacht“ ist, oder ob eher andere Personen einen Einfluss darauf haben. Die Standarderklärung: „In unserem Unternehmen ist das halt so“ ist zwar einfach, aber meistens unrichtig. Es zeigt sich beispielsweise, dass bereits innerhalb einer Abteilung Mitarbeiter zu unterschiedlich guten Lösungen kommen, um den Stress und die Datenflut in den Griff zu bekommen.

In seinem Buch „Und täglich grüßt die Datenflut“ beschäftigt hat sich der Autor und Trainer Helgo Bretschneider ausführlich mit den Ursachen und Folgen der Informationsflut. Seine Lösungsvorschläge gehen dabei weit über die in diesem Beitrag vorgestellten ersten Ansätze hinaus. Besonders sympathisch: Helgo ruft den „gesunden Menschenverstand“ in Erinnerung, um Menschen vor dem Wahnsinn der täglichen Datenflut zu schützen. Er motiviert die Leser zu einem aktiven und positiven Umgang mit der täglichen „Informationsflut“. Auch verweist Helgo darauf, dass die moderne IT-Technik nicht nur Fluch, sondern auch Segen sein kann. So werden „gehirngerechte“ Techniken, Strategien und Einsichten herausgearbeitet, mit denen die Informationsflut bewältigt werden kann. Helgos Buch gibt viele Anregungen, die „Informationswelt“ aktiv und erfolgreich zu gestalten.